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Neuer Elternbrief

Der 2. Elternbrief des Schuljahres 2017/2018 steht an...

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Elternbeteiligung an der Weiterentwicklung des pädagogisches Konzepts

Bei der Weiterentwicklung des Konzepts und der Umsetzung unserer Ideen möchten wir gerne mit Eltern und Schülerinnen und Schülern zusammen arbeiten.

Aktuell betrifft das besonders die Themen "Herausforderung" und "Markenzeichen Verantwortung".

Dazu werden jeweils Informationsveranstaltungen angeboten und auch die Möglichkeit zur Mitarbeit in den entsprechenden Arbeitsgruppen besteht. Bitte beachten Sie dazu die aktuellen Infos in den Elternbriefen.

Das Konzept „Herausforderung“

Um Ihnen eine Idee dazu mitzugeben, was sich hinter dem Schlagwort „Herausforderung“ verbirgt/ verbergen kann, haben wir  hier einige Information der Stadtteilschule Winterhude und der Evangelischen Schule Berlin Zentrum zusammengestellt, die anschaulich erläutern, wie an diesen Schulen dieses Thema bearbeitet wird.

Herausforderung an der Evangelischen Schule Berlin Zentrum

Der Mut wächst mit jedem Blick auf die Größe des Unternehmens.
Seneca  

Herausforderungen bilden
Wir wissen es aus der Entwicklungspsychologie, wir wissen es aus der soziokulturellen Forschung, der Hirnforschung, der Motivationsforschung, der Resilienzforschung, wir wissen es von den großen Pädagogen, wir wissen es aus unserer eigenen Lebenserfahrung: sich Ziele zu setzen, eine Vision zu haben und zu verfolgen, Herausforderungen zu bestehen und dabei Erfahrungen von Selbstwirksamkeit zu machen, das fördert Anstrengungsbereitschaft, Entdeckungsfreude, Erlebnisfähigkeit, Unternehmensgeist, Wagemut, Risikobereitschaft, Verantwortungsgefühl, Selbstbbewusstsein.

"use it or lose it"
Herausforderungen haben uns geprägt, weitergebracht, mentale Modelle verändert, uns Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gegeben, zu Anstrengung und Ausdauer, zu Neuem befähigt. Erfahrungen von Selbstwirksamkeit sind prägende Lebenserfahrungen, die psychologisch und neurophysiologisch Motivation freisetzen auf  'davon mehr'.  „Use it or loose it „ –  so lautet die Grundregel unseres Gehirns. Visionen, Ziele, innere Bilder sind ausschlaggebend dafür. 

Herausforderungen gehören in die Schule
Das 21. Jahrhundert braucht eine Vielfalt von Talenten und Persönlichkeiten. Es braucht ebenso außergewöhnliche Individuen, die für jede Gesellschaft unverzichtbar sind. Es ist daher wichtig, jungen Menschen so oft wie möglich die Gelegenheit zu geben, zu entdecken und zu experimentieren – ästhetisch, sportlich, wissenschaftlich, kulturell und sozial. Gleichzeitig halten Hirnforscher Kinder und Jugendliche für unterfordert. „Es müssen in den Schulen mehr Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass Kinder viele unterschiedliche praktische Erfahrungen machen können. Nur diese werden im Gehirn fest verankert.

Kinder brauchen immer wieder Gelegenheit, etwas zu erfahren, was unter die Haut geht, was sie berührt und begeistert“ - so Prof. Gerald Hüther, Hirnforscher.  „Selbstvertrauen und Zuversicht sind Fähigkeiten, die in den Menschen wachsen müssen, nicht von außen, sondern von Innen. Kleine Kinder tragen diese Kraft, sich dem Leben stellen zu wollen, noch in sich. Wenn sie später verloren geht, so liegt das nicht an ihrem Gehirn, sondern an den Erfahrungen, die sie beim Erwachsenwerden hier und heute leider allzu oft machen. 

Selbst-Vertrauen gewinnen
Das Wichtigste ist, sich Herausforderungen zu stellen. Jeder Mensch muss in sich selbst Mittel suchen, in die ihn umgebende Welt aufzubrechen. Nur so kann er die Erfahrung machen, Schritt für Schritt an neuen Herausforderungen zu wachsen. Dabei baut sich sein Gehirn um. Die Hirnforscher nennen das experience dependent plasticity. Und wenn man nun noch jemanden findet, der diese Leistung anerkennt, würdigt und wertschätzt, kann es sein, dass man von einem resignierenden Schwarzseher und Nichtstuer zu einem begeisterten Problemerkenner und Umgestalter wird. Aus Sicht der Hirnforschung sind die wichtigsten menschlichen Ressourcen vor allem drei Dinge: 

  • Das Vertrauen in eigenes Wissen, vorhandene Fähigkeiten und Fertigkeiten.
  • Das Vertrauen, dass es jemanden gibt, mit dem man Dinge gemeinsam lösen kann - "social support".
  • Das Vertrauen, dass man gehalten ist in der Welt. Das braucht man, wenn man allein nicht weiterkommt und auch die anderen einem nicht helfen können. Vertrauen, dass es wieder gut wird und dass die Dinge Sinn ergeben. Diese Ressource ist unendlich stark.

Nur Menschen, die alle drei Ressourcen gut entwickelt haben, sind richtig stark und haben auch die größten Chancen, ihr Gehirn und ihr kreatives Denkvermögen gut zu nutzen.

Die Kinderrechtskonvention und die Schulgesetze der Länder fordern von den Schulen die größtmögliche Förderung aller Potenziale der Kinder und Jugendlichen - und gleichzeitig wissen wir, dass in der Schule mit ihrer traditionellen Unterrichtskultur nur ca. 30 % des menschlichen Lernens stattfindet und ein Großteil der Potentiale nicht ausgeschöpft werden. Trotz vielfältiger Weg weisender nationaler und internationaler Expertisen und Empfehlungen ist das informelle „just in time lernen im Leben“ bisher nicht ernsthaft in Schule integriert. In jedem Menschen steckt ein Unternehmer – so Günter Faltin, Prof. für Entrepreneurship und Gründer der Initiative Lebensunternehmer.

Projekte in unserer Schule
Wir müssen uns der Frage stellen: Kann Schule, der Ort, an dem Kinder und Jugendliche einen Großteil wesentlicher Lebenszeit verbringen, der Ort, der ihre Grund-Ein-Stellung zum Lernen und damit ihre Motivation für das lebenslange Weiter-Lernen so wesentlich prägt, kann oder muss nicht Schule der Initiations-Raum werden und sein für diesen unternehmerischen Geist?!

Wir an der Evangelischen Schule Berlin Zentrum wollen Wege dazu suchen und stellen  Lernzeit zur Verfügung stellen für das „Lernen im Leben“.  Im Projekt „Eine Herausforderung meistern“ suchen sich Schülerinnen und Schüler jeweils drei Wochen  in den Jahrgängen 8 – 10 alleine oder in Gruppen eine Herausforderung, die sie meistern wollen.

Herausforderung an der Stadtteilschule Winterhude

 

Das Schuljahr wird in der Stufe 8-10 durch drei Blöcke ergänzt:

I. Eine Herausforderung bestehen
II. Neues kennenlernen und erforschen
III. Sich in der Arbeitswelt erproben

Diese Veränderungen in der Unterrichtsstruktur werden durch die folgenden Leitgedanken getragen:

Herausforderung – Bewährung – Erprobung – Orientierung

»Wichtiger ist jetzt etwas anderes: Selbsterprobung, die Beziehung zu anderen Personen. Die Emanzipation von denen, die einen bisher bestimmt, erzogen, bevormundet haben. Jetzt brauchen die jungen Menschen Erlebnis, Abenteuer, Aufgaben … «
Hartmut von Hentig »Die Schule neu denken« / Beltz Verlag 2003

Jedes neue Schuljahr beginnt mit den Herausforderungen. Nach der schriftlichen Bewerbung der SchülerInnen entscheidet eine Kommission aus Eltern, SchülerInnen und LehrerInnen über die Auswahl und damit auch über die Gruppenzusammensetzungen.

Bei allen Angeboten geht es darum, dass die SchülerInnen für drei Wochen außerhalb der Schule lernen und Erfahrungen sammeln, z.B. indem sie Entfernungen überwinden, Verantwortung übernehmen, sich in unterschiedlichsten Situationen bewähren, sich in der Fremde zurecht finden, an Grenzen gehen, sich selbst und in der Gemeinschaft erfahren, stolz sind auf eigene Leistungen und die selbstgewählte Herausforderung bewältigen.

Beispiele aus dem Schuljahr 2010/11: Einige SchülerInnen inszenierten ein eigenes Theaterstück, nahmen als Triathleten erfolgreich an Wettbewerben teil, andere radelten nach Paris, Skagen oder entlang der Werra. Weitere Gruppen entdeckten Berge, Flüsse, Bauernhöfe oder auch den afrikanischen Alltag, pilgerten unter der Sonne entlang dem Jakobsweg oder engagierten sich beim Küstenschutz auf der Nordseeinsel Amrum. (siehe auch unter "Herausforderungen")...

Artikel zu "verändertem Lernen" in der Zeitschrift Schulverwaltung

Veraendertes_Lernen_Herausforderung.pdf

Der Artikel beschreibt, wieder Weg von der Sitz- und Schreibschule hinaus in die Wirklichkeit gelingen kann.