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Der 2. Elternbrief des Schuljahres 2017/2018 steht an...

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Mit dem eigenverantwortlichen Lernen der Schüler verändert sich auch die Rolle des Lehrers

Habt ihr keinen Lehrer?
Diese Frage könnte sich einem Besucher in einer der fünften oder sechsten Klassen unter Umständen beim Betreten des Klassenraums stellen. Das liegt allerdings nicht daran, dass die Lehrer im Rahmen des eigenverantwortlichen Arbeitens ihre Klassen nun unbeaufsichtigt lassen würden. Aber die Lehrerinnen und Lehrer sind in der Regel eben nicht mehr dort zu finden, wo man sie gemeinhin vermuten würde: Vor der Tafel am Pult. In den meisten Klassen 5 und 6 gibt es gar keinen klassischen Lehrertisch mehr.
Im neuen pädagogischen Konzept unserer Schule hat sich mit dem Lernbüro nicht nur die Arbeitsweise für die Schülerinnen und Schüler verändert. Auch das Arbeiten der Lehrer ist anders geworden. Zunächst einmal bereitet man nicht mehr von Woche zu Woche seinen Unterricht inhaltlich vor, sondern macht das gebündelt bei der Bausteinerstellung. Das bedeutet andererseits natürlich auch, dass man als Fachlehrer im Lernbüro immer alle Themen des Schuljahres parat haben muss, da die Schüler ja an ganz unterschiedlichen Themen arbeiten.
Was aber eine viel gravierende Veränderung bedeutet, ist die Tatsache, dass der Lehrer im Lernbüro nicht mehr Lernanleiter, sondern vielmehr Lernbegleiter ist. Als Lehrerin steht man eben nicht mehr vorne und steuert einen anscheinend parallel verlaufenden Lernprozess. Wir verstehen uns insofern als Lernbegleiter, dass wir uns den Schülerinnen individuell zuwenden und ihnen z. B. Hilfestellungen geben, wenn sie benötigt werden. Vor Arbeiten besprechen wir mit jedem einzeln, wie sein Arbeitsstand ist und was er für die Arbeit noch tun muss. Das bringt mit sich, dass die Lehrer viel seltener vorne vor der Klasse stehen. Klassische Plenumssituationen finden zudem im Kreis statt, so dass auch dabei kein Lehrer mehr vorne steht.
Wer also ins Lernbüro kommt, könnte auf den ersten Blick das Gefühl haben, dass gar kein Lehrer anwesend ist, weil dieser vielleicht gerade mit einem Schüler die Arbeit bespricht oder eine Frage im Nebenraum beantwortet.
Auch wenn diese veränderte Lehrerrolle allen angehenden Klassenlehrern der neuen fünften Klassen im letzten Schuljahr klar und vor allem wichtig war, stellten wir fest, wie sehr wir doch in den alten Strukturen gefangen waren. Spätestens, wenn man kurz etwas mit der Klasse besprechen wollte, stellte man sich doch wieder vorne hin, weil es dann vermeintlich schneller ging. Dass die Informationen dann wirklich bei den Schülern ankamen, war damit längst nicht gesichert, aber als Lehrer hatte man das gute Gefühl „es ja besprochen zu haben“.
Auch nach über einem Jahr haben wir vermutlich noch alle hin und wieder unsere „frontale Phase“, aber sie werden weniger. Und den guten Überblick über den Lernfortschritt und Arbeitsstand unserer Schülerinnen und Schüler, den die Lernbegleitung bietet, kann man mit keiner anderen Arbeitsweise erreichen.
Als Lernbegleiter wollen wir uns auf die Augenhöhe unserer Schülerinnen und Schüler begeben. Das Verlassen des Platzes vorne vor der Tafel ist letztlich auch das äußere Zeichen für eine veränderte innere Haltung, an der wir weiter arbeiten müssen.